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Hypothyreose / Schilddrüsenunterfunktion

Hypothyreose / Schilddrüsenunterfunktion

Beschwerdesymptomatik

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) produziert die Schilddrüse, gemessen am Bedarf des Körpers, zu wenig Schilddrüsenhormone T3 und T4. Der Organismus fällt in eine Art „Winterschlaf“. Beschwerden, wie Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme, langsamer Herzschlag, Depression, Müdigkeit können auftreten. Eine Erhöhung der Cholesterinwertes sowie ein veränderter Blutzuckerspiegel sind ebenfalls möglich.

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann sich langsam, teilweise im Laufe mehrerer Jahre, entwickeln. Bei der beginnenden Unterfunktion (sog. latente Hpothyreose) befinden sich die Schilddrüsenhormonwerte im Blut noch im Normalbereich und lediglich der TSH-Wert ist erhöht. Mit zunehmender Unterfunktion fallen dann die Schilddrüsenhormone im Blut ab.

Ursachen

Eine häufige Ursache der Hypothyreose ist die sog. Hashimoto-Thyreoiditis, eine Art chronische Entzündung der Schilddrüse im Rahmen einer Autoimmunerkrankung. Hierbei bildet der Körper Antikörper gegen körpereigenes Gewebe, insbesondere gegen ein Enzym, das sich in der Schilddrüse befindet.

In der Folge laufen verschiedene Autoimmunprozesse ab, die zu einer Zerstörung des Schilddrüsengewebes führen können. Von der vollständigen Zerstörung der Schilddrüse bis hin zu einem spontanen Stillstand der Erkrankung sind alle Erscheinungsformen möglich. In Abhängigkeit von dem verbleibenden Schilddrüsengewebe tritt dann eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Unterfunktion auf.

Weitere Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion sind die operative Entfernung der Schilddrüse oder die Durchführung einer Radiojodtherapie. Seltenere Ursachen für das Auftreten einer Hypothyreose sind die Gabe spezieller Medikamente und die subakute Schilddrüsenentzündung (De Quervain Thyreoiditis).

Diagnose

Die Diagnosestellung erfolgt über eine Blutentnahme mit Bestimmung der Schilddrüsenhormone, TSH-Wert und ggfs. spezieller Antikörper. In der Regel wird eine Sonographie (Ultraschall) des Halses und der Schilddrüse und – wenn erforderlich – eine Szintigraphie durchgeführt.

Therapie

Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen wird durch eine medikamentöse Therapie ausgeglichen. Hierbei erfolgt die Gabe von Schilddrüsenhormonen (L-Thyroxin) in Tablettenform. Die Dosis wird in Abhängigkeit von den regelmäßig zu bestimmenden Blutwerten genau eingestellt. Diese Einstellung sollte in Zusammenarbeit mit Ihrem Hausarzt gewissenhaft durchgeführt werden, da Schilddrüsenhormone bereits in geringster Dosierung (Mikrogramm) wirksam werden. Im Anschluss sind in der Regel jährliche und oft lebenslange Blutkontrollen notwendig. Bei guter Einstellung ist jedoch keine Beeinträchtigung des Befindens oder der üblichen Lebensführung zu erwarten.

Spezielle Lebensphasen wie Schwangerschaft, Kindheit, hohes Lebensalter aber auch Begleiterkrankungen (Diabetes, Herzerkrankungen) müssen bei der medikamentösen Hormoneinstellung besonders berücksichtigt werden.

Eine medikamentöse Therapie zur Heilung der Hashimoto-Thyreoiditis und zur Vermeidung des Auftretens einer Schilddrüsenunterfunktion ist leider nicht bekannt. Einige Studien lassen vermuten, dass möglicherweise die Gabe von Selen das Auftreten der Erkrankung verzögern oder gar verhindern kann. Von Jodgaben in hoher Konzentration wird in der Regel abgesehen. In der Schwangerschaft sollte jedoch eine Jodidgabe auch bei Vorliegen einer Hashimoto-Thyreoiditis erfolgen, da der Jodbedarf in der Schwangerschaft deutlich ansteigt.

Weitere Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion sind die operative Entfernung der Schilddrüse oder die Durchführung einer Radiojodtherapie. Nach diesen Behandlungsformen kann die Gabe von L-Thyroxin erforderlich werden.

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