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Schilddrüse und Röntgenkontrastmittel

Schilddrüse und Röntgenkontrastmittel

Jodbelastung durch Röntgenkontrastmittel

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

mit der Injektion trijodierter, nierengängiger Röntgenkontrastmittel werden dem Patienten Jodmengen in der Größenordnung von etwa 15 bis 100 g zugeführt, da bezogen auf das Molekulargewicht, Röntgenkontrastmittel etwa zur Hälfte aus organisch gebundenem Jod bestehen. Diese applizierten Jodmengen übersteigen die Gesamtjodmenge des  menschlichen Körpers um etwa das 1500-10 000 fache.

Für die Beeinflussung der  Schilddrüsenfunktion ist jedoch nicht die Menge an kovalent organisch gebundenem Jod entscheidend, sondern zum einen der Gehalt an freiem, organischem Jodid, den jedes Kontrastmittel herstellungsbedingt enthält, zum anderen das Ausmaß an intravital abgespaltenem, freiem Jodid.

Eine Röntgenkontrastmittel-Gabe kann ohne medikamentöse Prophylaxe erfolgen,

Indikationsstellung zur medikamentösen Prophylaxe

Eine Röntgenkontrastmittelgabe mit medikamentöser Prophylaxe sollte in Ausnahmefällen und bei dringlicher Indikationsstellung erfolgen

Empfehlung zur medikamentösen Prophylaxe der jodinduzierten Hyperthyreose

3x20 Tropfen Perchlorat/Tag
zusätzlich 20 - 80 mg Thiamazol/Tag
Beginn der Therapie: spätestens 2-4 h vor Kontrastmittelapplikation
Dauer der Therapie: Perchlorat mindestens 14 Tage, Thiamazol in angepasster  Dosis weiterführen.

Bei manifester Hyperthyreose:

3x20 Tropfen Perchlorat/Tag
zusätzlich 20-80mg Thiamazol /Tag
Beginn der Therapie: spätestens 2-4 h vor Kontrastmittelapplikation
Dauer der Therapie: Perchlorat mindestens 14 Tage, Thiamazol in angepasster Dosis weiterführen.