Facetteninfiltration
Veränderte und/oder degenerativ verformte Facettengelenke der Wirbelsäule sind oft Ursache des unspezifischen tiefen Rückenschmerzes, der Lumbalgie, mit einer Prävalenz von bis 30 % .
Wie alle Gelenke sind auch sie im Laufe des Lebens starken Belastungen ausgesetzt (Schmerzen durch Verschleiß). Aufgrund der Nervenversorgung dieser Gelenke kann der Verschleiß besonders im Alter zu Schmerzen führen. Diese Probleme können auch schon in jungen Jahren auftreten, abhängig vom Ernährungszustand, der Körperhaltung oder von vorausgegangenen Unfällen.
Übliche Beschwerden sind eine lokale Druckempfindlichkeit und Bewegungsschmerzen der Lendenwirbelsäule mit gelegentlich Schmerzausstrahlung in den Oberschenkel. Ursache ist dabei die Kombination aus Arthrose, lokaler Entzündungsreaktion und Instabilität.
Die Facetteninfiltration ist sinnvoll bei therapieresistenten Schmerzen, die mindestens 3 Wochen bestehen.
Bei der Infiltration wird der Schmerz gezielt ausgeschaltet. Dafür werden schmerz- und entzündungshemmende Medikamente kontrolliert in und an das schmerzende Gelenk gespritzt. Die Planung und der Verlauf der Behandlung wird dabei laufend durch das CT überwacht.
Das Verfahren kann ambulant durchgeführt und ggf. mehrmals wiederholt werden.
Facettengelenkinfiltration ist anders formuliert ein interventionell-radiologisch-schmerztherapeutisches Verfahren, um schmerzhafte, arthrotisch veränderte Facettengelenke (kleine Wirbelgelenke) zu behandeln. Dabei wird das Wirbelgelenk mit einer dünnen Nadel unter CT-Kontrolle direkt punktiert und ein Schmerzmittel/Röntgenkontrastmittelgemisch in und an das Gelenk injiziert. Das Schmerzmittelgemisch setzt sich zusammen kombiniert aus einem Lokalanästhetikum mit einem entzündungshemmenden Mittel (Cortison).
Es erfolgt eine Nachbeobachtung über ca. 30 Minuten. Um eine Nachhaltigkeit der Therapie zu gewährleisten, sind in der Regel idealerweise 2 – 3 Infiltrationen notwendig.
